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Story Kolumne
Makha Bucha
Written by Administrator   
Tuesday, 02 March 2010 04:25

 

Makha Bucha
Thailändischen Theravada-Buddhisten

 

 

 

 

Makha Bucha (Thai: วันมาฆบูชา) ist ein Feiertag der Thailändischen Theravada-Buddhisten. Er soll an eine spontane Versammlung von 1250 Schülern des Buddha erinnern, die zusammengekommen waren, um den Buddha predigen zu hören. Dieser Tag fällt immer auf den Vollmondtag des dritten Mondmonats im traditionellen thailäandischen Kalender (Ende Februar oder Anfang März), er findet daher in jedem Jahr an einem anderen Datum statt.

Der Name ist zusammengesetzt aus Makha (Pali: Name des dritten Mondmonats) und Bucha (Pali: verehren; auch: „Puja“), Makha Bucha ist also ein Tag zur Verehrung des Buddha und seiner Lehre am Vollmondtag des dritten Monats.

Der Ursprung des Festes geht zurück auf ein spontanes Treffen von 1250 Mönchen. Sie alle hatten unabhängig voneinander entschieden, den Buddha aufzusuchen, der zu jener Zeit im Bambushain (Weluwan-Wald) nahe Rājagṛha (Rajagriha im historischen Königreich Magadha lebte. Von den 1250 Mönchen waren 1000 Erleuchtete („Pha Arahant“), welche zuvor vom Buddha selbst ordiniert worden waren. Die anderen 250 waren Jünger der Ältesten Moggallana und Sariputta. Andere Quellen sprechen von 1250 erleuchteten Mönchen.

Der Legende nach nutzte der Buddha außerdem im letzten Jahr seines Lebens den Makha-Vollmondtag, um zu verkünden, dass er innerhalb von drei Monaten sterben werde.

Es ist nicht klar, wann der Makha-Bucha-Feiertag das erste Mal begangen wurde. In einer Liste der religiösen Zeremonien innerhalb eines Jahres, die von König Chulalongkorn ( Rama V.) herausgegeben wurde, ist erwähnt, dass sein Vater König Mongkut (Rama IV.) im Zuge der Gründung des Thammayut-Nikaya-Ordens auch eine Zeremonie zum Makha-Bucha-Tag im Wat Phra Sri Rattana Satsadaram (heute: Wat Phra Kaeo) feierte. Der Feiertag wurde wahrscheinlich im Jahre 1851 zum ersten Mal gefeiert, später wurde er dann im ganzen Königreich als öffentlicher religiöser Feiertag anerkannt.

 

  • Aufgrund des Zusammentreffens so vieler Mönche wird der Vollmondtag im Makha-Monat „Sangha-Tag“ genannt. Obwohl wegen des Ursprungs des Ereignisses dieser Tag für Buddihtische Laien weniger interessant ist, so bietet er dennoch eine Gelegenheit, über die Bedeutung der Zugehörigkeit zu einer vierfachen Gemeinschaft (männliche und weibliche Laien − Upāsaka bzw. Upasika − sowie Nonnen und Mönche) nachzudenken. Für die Mönche und Nonnen ergeben sich (oft auch spontane) Treffen und Vorträge, die mehrere Tage lang über verschiedene Aspekte der Lehre abgehalten werden, Gruppenmeditation oder Erfahrungsaustausch.
  • Dieser Tag ist in Thailand auch unter dem Namen Vierfaches Zusammentreffen (Thai: จาตุรงคสันนิบาต - sprich: [ʤaː-tù roŋ kʰá-săn-ní-bàːt]) bekannt, da sich die buddhistische Mönchsgemeinschaft zum ersten Mal in der Geschichte zu einer Versammlung einfand, die vier wichtige Merkmale aufwies:
    1. fanden sich insgesamt 1250 buddhistische Mönche ein, um ihren Religionsstifter zu treffen, ohne dass vorher eine Einberufung stattgefunden hätte,
    2. waren alle diese Mönche auf höherer Stufe Erleuchtete („Phra Arahant“),
    3. waren alle Mönche vom Buddha selbst ordiniert worden,
    4. war es der Vollmondtag im Makha-Monat.

Der Buddha hielt an diesem Tag des Vollmonds des dritten Monats vor den versammelten Mönchen seine „Ovada-Patimokkha Gatha“, die Patimokkha-Ermahnungen.

Obschon sich einige Abschnitte der „Patimokkha-Ermahnungen“ hauptsächlich an die ordinierten Mönche richten, treffen sie doch auch auf die buddhistische Laienschaft zu. Laien können sich diese Hinweise zur Grundlage nehmen, um im Einklang mit den Anleitungen des Buddha (dem Dhamma) zu leben. Ajahn Lee Dhammadharo fasste diese Leitlinien unter sechs Überschriften zusammen:

  • Anūpavādo − Nicht verunglimpfend − nur Gutes über Dritte reden.
  • Anūpaghāto − Nicht verletzend − man sollte sich selbst nicht erlauben, andere zu hassen, statt dessen sollte man sich in Metta üben. Ein Mensch, der schlechte Taten vermeiden will, wird sich hüten, gegen andere tätlich zu werden oder andere auszunutzen.
  • Pāṭimokkhe ca saṃvaro − Beschränkung im Einklang mit der Pathimokkha − Man sollte sich so verhalten, dass man beständig nahe am Eingang zum Nirvana lebt, indem man die Fünf Tugendregeln Fünf Tugendregeln oder sogar die Acht Tugendregeln (Atthangasila) beachtet.
  • Mattaññutaa ca bhattasmiṃ − Mäßigung beim Essen − Ajahn Lee sieht u.a. als Quelle des Terrorismus die Gier und die Selbstsucht an. Als Ausweg möge man alles was man erhält, mit anderen teilen (Dana).
  • Pantañca sayan'āsanaṃ. − Leben in der Abgeschiedenheit − Man sollte sich an einem ruhigen Ort niederlassen, um beruhigt in Körper und Geist zu werden. Hilfreich ist dabei, sich in Meditation zu üben.
  • Adhicitte ca āyogo: − Bekenntnis zur hohen Geistesschulung − Man möge nicht selbstgefällig sein, Geduld und Zurückhaltung zu üben ist gleich einer hohen Geistesschulung.
  • Etaṃ buddhāna-sāsananti. − Das ist die Lehre der Buddhas − Das Erlöschen von Leiden und Begierde bedeutet die höchste Erkenntnis.

Die Makha-Bucha-Feier (in Thai: จัดงานวันมาฆบูชา - „Chat Ngan Wan Makha Bucha“) begehen die gläubigen Buddhisten mit religiösen Aktivitäten wie Gabenspenden an die Mönche („tak baat“ - ตักบาตร) und/oder dem Anhören einer Mönchspredigt (ฟังเทศน์ - „fang thet“). Nach Einbruch der Dunkelheit leiten die Mönche die Gläubigen zu einer Kerzenprozession (เวียนเทียน - „wian thian“), wobei der „Chedi“, das „Ubosot“-Gebäude oder auch eine Buddha-Statue dreifach umrundet wird. Sowohl die Mönche als auch die Gläubigen tragen die Dreifachen Opfergaben: eine brennende Kerze, drei brennende Räucherstäbchen und einen Blumenkranz oder eine frische Blüte. Durch die mehrfache „Dreiheit“ soll man sich auf die drei Juwelen des Buddhismus besinnen: Buddha, seine Lehre (Dharma) und die Mönchsgemeinschaft (Sangha).

In Bangkok wird am Abend unter der Leitung von König Bhumibol Adulyadej im Wat Phra Kaeo eine religiöse Zeremonie abgehalten. Anschließend wird der König die Kerzenprozession um den Bot anführen, an der regelmäßig mehr als 100 Menschen teilnehmen.

  • In Laos wird am gleichen Datum das Fest „Boun Makhabusa“ gefeiert, welches dem thailändischen Makha Bucha entspricht.
  • In Kambodscha wird am gleichen Datum nur regional das Fest „Meak Bochea“ gefeiert.

 

 

Zum Makha-Bucha-Tag am 3. März 2007 wurde auf dem Sanam Luang in Bangkok eine Lesung aller 84.000 Kapitel des thailändischen Tripitaka abgehalten. Ein weiterer Anlass war der 80. Geburtstag von König Bhumibol Adulyadej in diesem Jahr. Die Lesung aus den 45 Büchern der über 100 Jahre alten thailändischen Tripitaka wurde sieben Tage und Nächte lang nonstop von thailändischen Mönchen und Laien vorgetragen. Eine letzte existierende Version der Tripitaka, die von König Prajadhipok (Rama VII.) veröffentlicht worden war, wurde gleichzeitig im Wat Bangkradee (Bezirk Bang Bon) ausgestellt. Der Vortrag war der erste dieser Art in der 800-jährigen Geschichte des Buddhismus in Thailand. Er sollte dem ganzen Land „enorme religiöse Verdienste“ bringen.

 
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